Klettern Erfahrungsbericht

© Alysta - Fotolia.comAls ich im vergangenen Jahr erstmalig eine Kletterhalle betrat, fühlte ich mich zunächst etwas verloren und verunsichert.

Die Halle erschien mir sehr groß, die Wände sehr hoch, ich sah viele Menschen, die so selbstverständlich mit ihrem technischen Kletterequipment umgingen, dass ich schon Zweifel bekam, ob ich mich nicht doch weiterhin auf das Laufen und Mountainbike fahren konzentrieren sollte.

Zum Glück wurde ich direkt von einigen anderen Menschen angesprochen, die genauso ratlos aussahen und offensichtlich aus demselben Grund hier waren wie ich: Um ihren ersten Kletter-Grundkurs zu absolvieren. Gespannt warteten wir auf den Beginn des Unterrichts, der von einem erfahrenen Klettertrainer abgehalten wurde, der sich uns als Martin vorstellte.

Ich glaube, wir waren alle erfreut über den lockeren Umgangston und die angenehme Zusammenstellung der Klettergruppe. Altersmäßig bunt gemischt, fand jeder schnell einen Kletterpartner, mit dem er die folgenden zwei Stunden und vielleicht sogar den Rest des Kletterkurses zusammen verbringen würde.

Martin erzählte uns zuerst, welche Inhalte im Grundkurs Klettern vermittelt werden.Er sprach von Klettertechniken, Kletterausrüstung, Kletterschuhen, Partner-Check, Knoten, Toprope- und Vorstiegsklettern und erwähnte noch viele andere Begriffe, die für uns alle wie böhmische Dörfer klangen.

Aber unsere Neugier war geweckt und wir waren gespannt, wie wir all die neuen Informationen in der Kletterpraxis würden verwenden können. Zuerst lernten wir den Klettergurt anzulegen, was am Anfang gar nicht so einfach war. Die vielen verschiedenen Riemen und Verschlüsse führten zu ziemlich abenteuerlichen Irrtümern, die die gute Stimmung in der Gruppe direkt noch einmal verstärkten, da jeder schnell merken konnte, dass er in seiner Ratlosigkeit Gesellschaft hatte und mit unfreiwilliger Komik seinen Beitrag zur Unterhaltung beisteuerte.

Als wir dann endlich alle erfolgreich unsere Klettergurte angelegt hatten, gingen wir an die Kletterwand, um dort unsere ersten Kletterversuche zu unternehmen. Doch bevor wir losklettern konnten, mussten wir noch lernen, uns gegenseitig zu sichern.
Dieser wesentliche Bestandteil des Kurses wurde besonders streng von Martin, unserem Kletterlehrer, überwacht, denn schließlich muss im Ernstfall jeder Handgriff sitzen, und die Verantwortung für den Kletterpartner ist groß. Gut gesichert probierten wir danach die ersten Griffe an der Wand.

Was für ein Gefühl das war!

Wir merkten sofort, dass es unglaublich spannend und interessant war, sich Griff für Griff und Tritt für Tritt an der Kletterwand nach oben zu bewegen. Je höher wir kamen, desto mulmiger wurde allerdings auch das Gefühl in der Magengegend…

Sind wir wirklich gut gesichert?
Hält der Knoten?
Kann der Kletterpartner uns gut genug sichern?
Klappt die Koordination?

Mutig bewegten wir uns weiter nach oben, nur um dort angekommen, direkt mit der nächsten Frage konfrontiert zu werden: Wie komme ich wieder hinunter?
Noch einmal Nervosität, als wir die Kommandos „Zu“ und „Ab“ gaben, uns in die Klettergurte setzten und darauf warteten, hinunter gelassen zu werden. Das war noch mal ein komisches Gefühl im Bauch! Untern angekommen, wollten wir alle nur eins: Wieder nach oben!

Doch nun wurde gewechselt, und wer zuvor klettern durfte, musste sich jetzt mit dem Sichern vertraut machen. Dass das genauso aufregend sein würde, hatte ich nicht erwartet.
Als schließlich jeder das Klettern und das Sichern geübt hatte, trafen wir uns alle noch einmal zur kurzen Trainingsbesprechung.
Alle waren sich einig, das Klettern eine prima Alternative zu herkömmlichen Fitnesssportarten ist und wollten unbedingt mehr darüber lernen. ach den ersten Kursübungen hatten wir ja erst eine vage Ahnung davon bekommen, wie spannend und abwechslungsreich diese Sportart sein kann.

Als ich nach den ersten Kletterstunden nach Hause kam, merkte ich plötzlich, wie schwer meine Arme und Beine waren und dass mich eine angenehme Müdigkeit überfiel.
Das gefiel mir fast am besten: Das Klettern hatte so viel Spaß gemacht und so viel Konzentration und Koordination gefordert, dass ich dabei gar nicht merkte, wie viel ich in der Zeit für meine Fitness getan hatte!

(Foto Quelle © Alysta - Fotolia.com)

24. März 2008 | Von Bangolo | Kategorie: Klettern

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